
So macht Aufräumen Spaß: Anstatt die kostbaren Spielsachen in langweiligen Schränken zu lagern, kann man sie in so einer prachtvollen Schatztruhe doch schon erheblich angemessener unterbringen. Und obendrein lässt sich’s darauf auch noch gut sitzen.
Unsere Schatztruhe setzt sich aus zwei baugleichen offenen Kisten zusammen, die mit Klavierband miteinander verbunden sind. Alle Kistenteile werden stumpf verschraubt und die Schraubenköpfe zugespachtelt.
Die folgende Bauanleitung ist auf mitteldichte Faserplatte (MDF-Platte) in 19 mm Stärke ausgelegt. Sollten Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, müssen Sie die Stückliste entsprechend anpassen.
Lassen Sie sich im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler die benötigten Platten zuschneiden.
Stellen Sie auf Ihrer Arbeitsfläche die vier Seiten – Querseiten zwischen den Längsseiten – der unteren Kiste so auf deren Boden auf, wie die Teile montiert werden sollen. Markieren Sie die Seiten mit dem Dreieckssymbol, damit Sie während der Arbeit immer wissen, was wohin gehört.
Zeichnen Sie auf die Längsseiten-Außenflächen jeweils an der kürzeren Kante 10 mm vom Rand eine Bleistiftlinie. Darauf markieren Sie die zwei Löcher zur Verschraubung mit den Querseiten. Bringen Sie die Löcher an den Längsseiten mit Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer ein und senken Sie sie an den Außenflächen an. Montieren Sie nun Längs- und Querseite mit Akkuschrauber und Schrauben 3,5 x 40 mm. Gehen Sie ringsum bei den anderen Eckverbindungen ebenso vor.
Bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor, als der Schraubendurchmesser ist; das Loch sollte für den Schraubenkopf angesenkt werden. Das Teil, in das als Zweites gebohrt wird, bohren Sie stets 1 mm kleiner vor, als der Schraubendurchmesser ist.
Zeichnen Sie nun auch auf die Oberseite des Bodens/Deckels ringsum eine Bleistiftlinie 10 mm vom Rand entfernt auf. Bringen Sie mit Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer auf dieser Linie jeweils zwei Löcher an den kurzen und drei Löcher an den langen Seiten ein. Senken Sie diese Löcher auf der Unterseite des Bodens/Deckels an.
Legen Sie den im vorigen Arbeitsschritt verschraubten Rahmen mit der Oberkante nach unten (Boden) oder Unterkante nach oben (Deckel) auf die Arbeitsfläche. Richten Sie den vorgebohrten Boden/Deckel ringsum bündig darauf aus. Nun können Sie ihn durch die Löcher mit Akkuschrauber und Schrauben 3,5 x 40 mm montieren. Beachten Sie dabei die Hinweise des Tipps zum Verschrauben zweier MDF-Teile im ersten Arbeitsschritt.
Um den zweiten Teil der Truhe zu bauen, wiederholen Sie jetzt sämtliche Arbeitsschritte.
Fixieren Sie die obere Kiste längsseits und kantenbündig mit Zwingen an der unteren. Nun können Sie in aller Ruhe das aufgeschlagene Klavierband auf den nebeneinander liegenden Kantenflächen positionieren, die Lochpositionen auf den Kanten markieren und die Schraubenlöcher vorbohren. Montieren Sie das Klavierband mit Akkuschrauber und den mitgelieferten Schrauben oder mit Schrauben 3 x 17 mm.
Wenn Sie die obere Kiste nun als Deckel schließen, bemerken Sie, dass durch das Klavierband hinten eine Fuge entstanden ist, während die Vorderkanten fest aufeinander liegen. Kleben Sie zum Ausgleich Türpuffer (das sind kleine Gummilinsen, die das geräuschvolle Aneinanderschlagen von Holz beim Möbeltürenschließen verhindern) auf die vordere Deckelkante.
Die genaue Position der beiden Teile des Spannverschlusses auf der unteren Kiste und dem Deckel müssen Sie durch Probieren ermitteln. Der Haken gehört dabei an den Deckel, der Spanner an die untere Kiste. Markieren Sie die Bohrlochpositionen mit Bleistift. Montieren Sie mit Akkuschrauber und den mitgelieferten Schrauben oder Schrauben 3 x 17 mm zuerst den Haken und dann den Spanner.
Um die Oberfläche so gut wie möglich bearbeiten zu können, sollten Sie sich ihr vor dem Zusammenbau der beiden Kistenteile widmen.
Zunächst spachteln Sie die Schraubenlöcher in den MDF-Sichtflächen mit Holzspachtelmasse oder Autokitt zu. Nach dem Trocknen (Herstellerangaben beachten!) schleifen Sie die Stellen mit 120er Schleifpapier glatt.
Dann brechen Sie die Kanten, indem Sie sie mit 120er Schleifpapier im 45°-Winkel bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Die MDF-Flächen bearbeiten Sie mit dem Schleifer und Schleifpapier, Körnung 120 – 180.
Lesen Sie zunächst die Verarbeitungs- und Sicherheitsratschläge der Hersteller sorgfältig durch. Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und vermeiden Sie dort Rauchen, Essen und Trinken.
Tragen Sie den Grundierfüller mit der Walze oder gegebenenfalls mit einem Farbsprühsystem auf. Lassen Sie ihn gut trocknen.
Wenn Sie im nächsten Schritt mit Ihrem Feinsprühsystem ein anderes Material auftragen wollen, sollten Sie den Farbbehälter wechseln.
MDF hat stark saugende Oberflächen. Besonders den Kanten müssen Sie diesbezüglich Aufmerksamkeit – sprich: mehrere Schichten – widmen. Vermeiden lässt sich das aufwendige Füllern (so nennt man das Absperren der saugenden Flächen), wenn Sie MDF mit Grundierfolie verwenden. Diese gewährleistet einen perfekten Anstrich ohne Füllern – zumindest auf den Flächen.
Schleifen Sie die fertig grundierten Flächen und Kanten fein an; steigern Sie dabei die Körnung des Schleifpapiers von 180 über 220 bis 240.
Lacke sind in vielen Varianten und Preislagen erhältlich. Ausschlaggebend für die Auswahl sind Verarbeitbarkeit, Ihre technische Ausstattung daheim und der Anspruch an Qualität und Haltbarkeit der Oberfläche. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Und wenn Sie keine größere Erfahrung mit dem Lackieren haben, empfiehlt es sich, auf einem Probestück ein wenig zu üben.
Das schnellste und beste Ergebnis erreichen Sie mit Acryllacken. Besonders einfach und schnell lassen sich diese wasserverdünnbaren Lacke mit einem Feinsprühsystem auftragen. Alternativ können Sie die Schatzkiste auch mit Dispersionsfarbe streichen.
Füllen Sie den Lack in den Farbbehälter und verdünnen Sie ggfs. mit etwas Wasser. Stellen Sie an einer Versuchsplatte den Sprühstrahl an der Düse und die Farbmenge am Stellrad ein. Der Sprühstrahl kann für Flächen horizontal bzw. vertikal und für Kanten kegelförmig eingestellt werden. Lackieren Sie am besten zuerst die Kanten und dann die Flächen; diese in gleichmäßigen, parallel verlaufenden Bahnen.