
Sie wohnen in der Stadt oder haben auch sonst keinen Platz für ein Kräuter- oder Blumenbeet? Dann haben wir für Sie erstens eine praktische Lösung und zweitens eine, die Sie in keinem Geschäft der Welt finden werden: In unseren Hängenden Gärten finden Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin und Petersilie ebenso Platz wie Tagetes oder Männertreu. Fehlt nur noch ein Platz an der Sonne.
Die folgende Bauanleitung ist auf mitteldichte Faserplatte (MDF) in 19 mm Stärke und auf Acrylglas in 5 mm Stärke ausgelegt. Sollten Sie andere Materialien oder Stärken verwenden, müssen Sie die Stückliste entsprechend anpassen.
Lassen Sie sich im Baumarkt oder bei Ihrem Tischler die benötigten Platten zuschneiden.
Unsere Hängenden Gärten sind im Prinzip ein Hängeregal mit vier Böden, die vor der Rückwand und zwischen den Seiten liegen. Die Acrylglasblenden geben dem Ganzen einen gewissen optischen Pfiff, der sich jedoch beispielsweise auch mit schönen Pflanztöpfen erzielen lässt. In diesem Fall können Sie natürlich auf die Blenden verzichten.
Bohren Sie oberhalb des oberen Bodens mit Bohrmaschine und Forstnerbohrer (Holzbohrer mit einem Durchmesser von mehr als12 mm) auf gleicher Höhe zwei 30-mm-Löcher. Zeichnen Sie dazu die Bohrmittelpunkte exakt auf und setzen Sie die Zentrierspitze des Bohrers dort an. Achtung: Bohren Sie nicht zu tief; beachten Sie die Einbautiefe der Aufhänger! Anschließend drücken Sie die Aufhänger in die Löcher ein; gegebenenfalls können Sie mit dem Gummihammer etwas nachhelfen.
Fixieren Sie die Restplatte mit Zwingen auf Ihrer Arbeitsfläche. Durchbohren Sie darauf die Regalböden mit jeweils zwei Löchern, durch die Sie sie auf der Restplatte provisorisch verschrauben, damit sie sicher liegen. Die Schraubenköpfe müssen Sie versenken, damit sie der Oberfräse beim Fräsen der Nut nicht im Weg sind. Die Löcher werden später zugespachtelt und verschwinden spurlos unter dem Lack.
Den im vorigen Absatz beschriebenen Aufwand können Sie sich sparen, wenn Sie stolzer Besitzer einer Hobelbank sind. In diesem Fall spannen Sie die Böden zum Fräsen zwischen Bankhaken.
Stellen Sie Ihre Oberfräse auf eine Frästiefe von 7 mm ein und bringen Sie die Nut jeweils mit Hilfe von Parallelanschlag und 5-mm-Nutfräser ein. Danach können Sie gegebenenfalls den Boden mit dem Akkuschrauber wieder von der Restplatte lösen.
Legen Sie die Rückwand auf eine ebene Fläche. Positionieren Sie Seiten und Böden so, wie Sie sie später montieren wollen. Prüfen Sie dabei nochmals sorgfältig, ob die Abstände der Böden Ihren Bedürfnissen entsprechen. Dann markieren Sie die Lage der Böden jeweils oberhalb und unterhalb des Bodens mit Bleistift auf der Rückwand und an den Seiten; halten Sie die Teile dabei stets vorsichtig fest, damit beim Aufzeichnen der Linien nichts verrutscht.
Nehmen Sie die Böden wieder ab. Sie können die Lage ihrer Kanten nun an Seiten und Rückwand sehen und nochmals die Abstände mit dem Zollstock überprüfen. In die Mitte zwischen den aufgezeichneten Linien bohren Sie mit Bohrmaschine und 4-mm-Holzbohrer die Löcher zur Verschraubung der Böden. Dann drehen Sie Seiten und Rückwand um, sodass sie auf ihren Innenseiten liegen, und senken die Löcher mit Bohrmaschine und Senker auf Schraubenkopfgröße an.
Bohren Sie das Teil, durch das zuerst geschraubt wird, stets 0,5 bis 1 mm größer vor, als der Schraubendurchmesser ist; das Loch sollte für den Schraubenkopf angesenkt werden. Das Teil, in das als Zweites gebohrt wird, bohren Sie stets 1 mm kleiner vor, als der Schraubendurchmesser ist.
Wenn Sie nun alle Teile zur Endmontage zusammenstellen, achten Sie darauf, dass die Nuten der Böden oben liegen! Danach bauen Sie die Teile mit Akkuschrauber und Senkkopfschrauben 4 x 45 mm zusammen.
Den ersten Teil dieses Arbeitsschritts können Sie sich ersparen, wenn Sie die Blenden bereits beim Händler oder im Baumarkt zuschneiden lassen. Stellen Sie ansonsten die Hubzahl Ihrer Stichsäge am Stellrad auf 3 – 4 ein und benutzen Sie beim Schneiden unbedingt eine Schutzbrille.
Spannen Sie die Blenden ein und schleifen Sie die Sichtkanten der Blenden beginnend mit 120er Schleifpapier; der Feinschliff am Ende erfolgt mit 240er Schleifpapier. Arbeiten Sie immer nur längs der Kante. Danach brechen Sie die Ecken, indem Sie sie mit feinem Schleifpapier im 45°-Winkel in Längsrichtung bearbeiten.
Brechen Sie nun die Ecken der Unterkanten, indem Sie sie mit 120er Schleifpapier im 45°-Winkel in Längsrichtung bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Mit dieser lassen sich die Blenden nach der Oberflächenbehandlung leichter in die Bodennuten einstecken. Fixieren Sie sie dort mit Silikon oder Kleber, falls sie nicht fest genug sitzen sollten.
Zunächst spachteln Sie alle Schraubenlöcher mit Holzspachtelmasse oder Autokitt zu. Nach dem Trocknen (Herstellerangaben beachten!) schleifen Sie die Stellen mit 120er Schleifpapier glatt.
Brechen Sie zunächst die Kanten aller Teile, indem Sie sie mit 120er Schleifpapier im 45°-Winkel bearbeiten, sodass eine kleine Fase entsteht. Die MDF-Flächen bearbeiten Sie mit dem Schleifer und Schleifpapier, Körnung 120 – 180.
Perfekt wird ein Möbel, wenn Sie die (Bau-)Teile vor der Montage lackieren.
Lesen Sie zunächst die Verarbeitungs- und Sicherheitsratschläge der Hersteller sorgfältig durch. Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und vermeiden Sie dort Rauchen, Essen und Trinken.
Tragen Sie den Grundierfüller mit der Walze oder gegebenenfalls mit einem Farbsprühsystem auf. Lassen Sie ihn gut trocknen.
Wenn Sie im nächsten Schritt mit Ihrem Feinsprühsystem ein anderes Material auftragen wollen, sollten Sie den Farbbehälter wechseln.
MDF hat stark saugende Oberflächen. Besonders den Kanten müssen Sie diesbezüglich Aufmerksamkeit – sprich: mehrere Schichten – widmen. Vermeiden lässt sich das aufwendige Füllern (so nennt man das Absperren der saugenden Flächen), wenn Sie MDF mit Grundierfolie verwenden. Diese gewährleistet einen perfekten Anstrich ohne Füllern – zumindest auf den Flächen.
Schleifen Sie die fertig grundierten Flächen und Kanten fein an; steigern Sie dabei die Körnung des Schleifpapiers von 180 über 220 bis 240.
Lacke sind in vielen Varianten und Preislagen erhältlich. Ausschlaggebend für die Auswahl sind Verarbeitbarkeit, Ihre technische Ausstattung daheim und der Anspruch an Qualität und Haltbarkeit der Oberfläche. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Und wenn Sie keine größere Erfahrung mit dem Lackieren haben, empfiehlt es sich, auf einem Probestück ein wenig zu üben.
Das schnellste und beste Ergebnis erreichen Sie mit Acryllacken. Besonders einfach und schnell lassen sich diese wasserverdünnbaren Lacke mit einem Feinsprühsystem auftragen.
Füllen Sie den Lack in den Farbbehälter und verdünnen Sie ggfs. mit etwas Wasser. Stellen Sie an einer Versuchsplatte den Sprühstrahl an der Düse und die Farbmenge am Stellrad ein. Der Sprühstrahl kann für Flächen horizontal bzw. vertikal und für Kanten kegelförmig eingestellt werden.
Markieren Sie die Positionen der Bohrlöcher analog zur Position der Regalaufhänger an der Wand. Stellen Sie mit Hilfe eines Leitungssuchers sicher, dass an den gewünschten Stellen weder Strom- noch Wasserleitungen verlaufen.
Die Bauweise von Wänden reicht heutzutage vom Trockenbau bis zu massivem Beton. Stellen Sie also zunächst fest, wie Ihre Wand gebaut ist. Je nach Bauart sind nämlich unterschiedliche Dübel für die Befestigung der Hängenden Gärten nötig.
Bohren Sie je nach Wandbeschaffenheit mit Bohrmaschine oder Bohrhammer und 6-mm-Steinbohrer die Löcher in die Wand, saugen Sie den Staub heraus und stecken die Dübel ein. Nun drehen Sie die zur Aufhängung passenden Schrauben mit dem Akkuschrauber ein.